Das Musikprofil am MSG

  • Verstärkter Musikunterricht in Kl. 5 bis Kl. 7

    Mit vier Wochenstunden in Kl. 5 und je drei Wochenstunden in Kl. 6 und 7 stellt der verstärkte Musikunterricht eine wertvolle Chance für die Kinder dar, ihr Interesse und ihre Neigung zum Fach Musik verstärkt einbringen zu können. Ein erheblicher Teil der Unterrichtszeit ist dem vokalen oder instrumentalen Musizieren gewidmet. Musiktheorie wird einfach und exemplarisch dargestellt und grundsätzlich im Kontext mit musikalisierten Zusammenhängen erlebbar gemacht. Das regelmäßige Singen gehört zum wesentlichen Unterrichtsbestandteil. Einfache und bildhafte stimmbildnerische Hinweise werden gegeben. Am Ende von Kl. 7 verfügen die Schüler über solide Kenntnisse der wichtigsten musiktheoretischen Grundlagen und viel praktische Erfahrung, die eine Bereicherung ihres Lebens sein können. Wer jetzt in Kl. 8 zum Musikprofil wechseln will, hat die Grundlagen dazu erworben.

  • Musikprofil Kl. 8 bis Kl. 10

    Mit jeweils vier Wochenstunden können Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 8 bis 10 am Musikprofil teilnehmen. [Der vorherige Besuch des verstärkten Musikunterrichtes ist nicht Voraussetzung!] Musik ist dann Kernfach und wird laut Versetzungsordnung wie ein Kernfach behandelt. (Man kann also mit einer Musikprofilnote 3 eine 5 in einem anderen Kernfach ausgleichen!) Die Möglichkeiten der Kurswahl in der Oberstufe wird durch den Besuch des Musikprofils in keiner Weise eingeschränkt.

  • Was vertiefter Musikunterricht leisten kann

    Der vertiefte Umgang mit Musik bietet eine große Anzahl wichtiger Grunderfahrungen und Lernerlebnisse:

     -Praxisbezug durch Musizieren und zugleich kognitives Lernen in der geistigen Durchdringung der Musiktheorie

     -Aktualitätsbezüge durch Einbeziehung gegenwärtiger Musikrichtungen

     -Verstehen von Kunst und Kultur und damit die Entwicklung zum kulturbewussten Bürger

     -Persönlichkeitsentwicklung durch intensiven Austausch in der Gruppe

     -Teamfähigkeit beim gemeinsamen Musizieren

     -Ausbildung zum Musikmentor in Kl. 10: Erwerb von Grundkompetenzen zur Ensembleleitung

     -Weitere Schlüsselqualifikationen kann insbesondere die Musik fördern. So ist von der Wissenschaft gut erforscht und belegt, dass musikalisches Tun und Erleben die Intelligenz und Konzentrationsfähigkeit fördern, ebenso wie die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, die Kreativität und die Emotionalität. Musikalische Praxis fördert die Eigenverantwortlichkeit, die Urteilsfähigkeit und die Selbstständigkeit.

  • Die Voraussetzungen

    Wichtigste und erste Voraussetzung zur erfolgreichen Teilnahme am Musikprofil ist die innere Motivation des Schülers, sein Interesse am Fach und die Offenheit für alle Epochen- und Stilbereiche. Auch die Bereitschaft zu Leistung, Fleiß und Zuverlässigkeit sind wichtige Erfordernisse. Begleitender instrumentaler oder vokaler Unterricht an einer Musikschule oder bei einem Privatlehrer ist Standard und sollte spätestens mit Kl. 8 begonnen werden. [Ein Instrument oder Gesangsunterricht genügt.] Die Teilnahme an einer Musikarbeitsgemeinschaft wird erwartet.

    Wer sich in den Klassen 5 bis 7 im verstärkten Musikunterricht am richtigen Platz fühlte, der wird es auch im Musikprofil so empfinden.

  • Die Hauptrichtlinien des Lehrkonzeptes im Musikprofil

    Die Musiktheorie wird nicht zum Selbstzweck unterrichtet. Sie dient immer dem vertieften Verständnis klingender Musik. Insgesamt wird hoher Anteil an praktischem Tun und Erleben angestrebt. Die Benotung berücksichtigt auch die fachpraktischen Fähigkeiten im Singen und Instrumentspiel.

     

    Drei Kompetenzbereiche prägen den Lehrplan.

     1.Musik gestalten: Ein Repertoire von mehrstimmigen Vokalsätzen und Instrumentalstücken unterschiedlicher Stile und Kulturen wird erarbeitet. Stimmbildung, Komponieren, Arrangieren, Dirigieren und Probentechnik gehören dazu. Wichtiges Ziel ist die Präsentation der Ergebnisse, beispielsweise in Form eines Musizierabends.

     2.Musik hören und verstehen: Das ist der Bereich der Musiktheorie und Formenlehre. Vertieftes Verständnis der Tonsysteme, des Tonraumes, der Rhythmik und Harmonik soll erreicht werden. Tonale Hörübungen, Melodie- und Rhythmusdiktate gehören dazu. Im sicheren Umgang mit der musikalischen Fachsprache soll notierte und klingende Musik angemessen beschrieben werden können. Die Sicherheit im Partiturlesen wächst.

     3.Musik reflektieren: Dies ist der Bereich der Musikgeschichte und wichtiger Komponisten. Die Kenntnis der musikalischen Formen und Gattungen erweitert sich bis zur Neuen Musik des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart.

    Mit einer Gesamtstundenzahl von ca. 120 Unterrichtsstunden pro Schuljahr, demnach 360 Stunden in allen drei Profiljahren, ist für die Erreichung dieser Ziele ausreichend Raum gegeben. [Im Gegensatz dazu stehen dem "normalen" Musikunterricht der Klassen 8 bis 10 nur ca. 30 Stunden pro Schuljahr zur Verfügung.]

     

    (Dr. Hermann Forschner)